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Weltsport Fussball
In vielen Teilen der Welt wird gekickt. Warum eigentlich? Was ist das Besondere am Fußball? In den folgenden Projektberichten aus Israel, Kolumbien und Brasilien kannst du nachlesen, warum Menschen an anderen Orten Fußball spielen und welche positiven Folgen der Sport haben kann.
Projektbeschreibung: Fútbol por la paz
Das Straßenfußballprojekt „Fútbol por la paz“, was übersetzt soviel heißt wie „Fußball für den Frieden“, ist 1998 durch die Gruppe „Con-texto Urbano“ in Medellin, Kolumbien, ins Leben gerufen worden. Die oftmals sehr gewalttätigen Konflikte des Landes verlangen nach innovativen Lösungen: Fußball wird zum Schlüsselelement für ein friedliches Zusammenleben der Teilnehmer und Teilnehmerinnen inmitten eines gewalttätigen Umfeldes.
Das Projekt möchte besonders Jugendliche benachteiligter sozialer Gruppen zu einer aktiven Teilnahme an der Entwicklung und den Geschehnissen ihres Landes anregen. Sowohl in den Städten als auch am Land füllen sich somit bis dahin ungenützte, öffentliche Plätze mit bunt gemischten Fußballteams, die neben dem Spaß am Sport auch Möglichkeiten friedlicher Konfliktlösungen erlernen.
Die Idee von Fútbol por la paz wird heute auch durch viele andere Projekte von streetfootballworld, Street Football for Tolerance und dem südamerikanischen Netzwerk Fútbol Callejero in vielen Ländern der Welt umgesetzt. 2006 nahm Con-Texto Urbano sogar am streetfootball-Festival in Berlin teil. Die gemischten Gruppen und speziellen Regeln dieses Fußballspiels vermitteln soziale und gemeinschaftliche Werte und fördern den toleranten Umgang mit den Mitspielern.
Projektbeschreibung: ESPÉRANCE
Konflikte, Bürgerkrieg und der Völkermord 1994 haben in dem afrikanischen Land Ruanda bis heute tiefe Wunden hinterlassen. Der stark verwurzelte Rassismus lässt sich auch in der jungen Generation nicht so leicht auslöschen und bestimmt nach wie vor den Alltag.
Das Projekt „ESPÉRANCE“, das seit 2002 von der „Association des Jeunes Sportifs de Kigali“ in der Hauptstadt Ruandas durchgeführt wird, versucht mit Hilfe des Straßenfußballs einen Beitrag zur lang ersehnten Versöhnung und Einigung zwischen den ethnischen Gruppen in der Region der Großen Seen zu leisten.
„Fußball für Frieden und Anti-AIDS“ benutzt die populäre Sportart als Mittel, um soziale Toleranz bei Kindern und Jugendlichen von 8-19 Jahren zu stärken, Klassenunterschiede zu mindern sowie AIDS-Aufklärungsarbeit zu leisten.
So finden die Fußballturniere stets in Verbindung mit Anti-AIDS-Aktionen und Bildungskampagnen statt. Mehr als 300 Jugendliche erleben jedes Jahr das verbindende Potential von Fußball auf dem Sportplatz und werden selbst zu Trainern und Trainerinnen dieser Methode der Aufklärung und friedlichen Konfliktlösung ausgebildet.
Im Februar 2008 besuchte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler ein Fußballspiel von ESPÉRANCE und lobte nicht nur die sportlichen sondern auch die sozialen Leistungen der Jugendlichen. Dabei versicherte er den Organisatoren die weitere Unterstützung Deutschlands. Als streetfootballworld-Mitglied nahm ESPÉRANCE 2006 auch am Festival in Berlin teil.
Israel: Peace Team/Peres Center for Peace
Seit Jahren befinden sich Israel und Palästina in einem gewalttätigen Konflikt. Die Fußballmannschaft „Peace Team“ besteht aus 20- bis 35-jährigen Israelis und Palästinensern, die gemeinsam Fußball spielen, um ein friedliches Gegenmodell zum Alltag aufzuzeigen. Ihre Botschaft ist, dass es möglich ist, als Palästinenser und Israelis friedlich miteinander zu leben.
Das Team hat zwei Trainer – einen Israeli, sowie den ehemaligen Coach der palästinensischen Nationalmannschaft. Es spielt inzwischen äußerst erfolgreich in der israelischen Liga und nimmt auch an internationalen Turnieren teil. Beim ersten öffentlichen Auftritt der Mannschaft 2002 in Tel Aviv waren sowohl der ehemalige israelische Ministerpräsident Shimon Peres als auch Javier Solana (der Hohe Vertreter der Europäischen Union für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik) anwesend. Auch Diplomaten aus aller Welt waren verteten. 2003 gewann das Team sowohl im Winter als auch im Sommer die israelische Meisterschaft.
Obwohl dies in einer Kriegssituation kaum vorstellbar ist, applaudiert jeder Fan der Mannschaft für ein gemeinsames Team der verfeindeten Gruppen!
Besonders bemerkenswert ist, dass alle Spiele im israelischen Sportfernsehen gezeigt wurden – das positive Beispiel des friedlichen Zusammenlebens wird so in der Öffentlichkeit verbreitet. Im Oktober 2003 nahm das Peace Team als israelischer Meister am UEFA-Cup in Budapest teil und stellte sich gemeinsam den Gegnern. Seit dem Saisonstart 2004 trainiert das Team in Jerusalem, also in einer Stadt, in der sowohl Palästinenser als auch Israelis leben. Die Hoffnung der Projektträger ist, dass das Projekt mehrere Menschen dazu ermutigt, Israelis und Palästinenser in gemeinsamen Aktionen zusammen zu bringen. Vielleicht kann das positive Beispiel den Menschen ja Mut machen, dass der Konflikt zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen doch zu einer friedlichen Lösung gebracht werden kann.
Du willst dich näher informieren? Klick http://www.peres-center.org .
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