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So lief es bei den Workshops
Die erste Phase von peacexchange ist vorbei. Was bleibt, sind tolle Momente in den Workshops und den Theateraufführungen. Aber, was haben wir von Awino und Flavio gelernt? Hat es allen Spaß gemacht, dabei zu sein? Konnten wir was für unseren Alltag in der Schule oder der Clique mitnehmen?
Folgt den Spuren von Awino und Flavio durch Österreich, Tschechien und Polen in den Tagebüchern oder sieh dir den Bericht der Teilnehmer aus Sanok, Polen an.
Folgt den Spuren von Awino und Flavio durch Österreich, Tschechien und Polen in den Tagebüchern oder sieh dir den Bericht der Teilnehmer aus Sanok, Polen an.
Der Berliner Workshop endete Freitag Abend mit einer gut besuchten öffentlichen Aufführung. Doch zuvor hatten die Teilnehmer gemeinsam mit ihren Trainern Awino und Flavio eine arbeits- und lehhreiche Woche hinter sich gebracht, in der sie sich intensiv mit Konfliktsituationen und deren gewaltfreier Lösung auseinander setzten. Obwohl es ein ernstes Thema ist, kam der Spass aber nicht zu kurz.
Montag morgen, neun Uhr in Berlin Mitte. Gespannt warten die Theatertrainer Awino Okech und Flavio Sanctum zusammen mit dem Team von peaceXchange auf die Workshopteil- nehmer. Immerhin ist es die erste Herbstferienwoche und da will wohl keiner so früh aufstehen. Dennoch kommen 30 theaterbegeisterte Jugendliche nach und nach im Jugendkulturzentrum Pumpe an, um an dem einwöchigen Workshop mitzuwirken. Jetzt wird jeden Tag intensiv gearbeitet. Es geht um Konflikte und wie sie sich mit den Mitteln des Theater darstellen und lösen lassen - auf friedliche Art und Weise. In zwei Gruppen setzen sich die Jugendlichen nun mit ihren alltäglichen Konfliktsituationen auseinander und verpacken diese in kurze Theaterstücke. Flavio und Awino zeigen ihnen, mit welchen Methoden sie in ihren Ländern arbeiten. Flavio kommt aus Brasilien und ist dort im Theatro do Oprimido aktiv. Seine Methode ist das Forum Theater, bei dem das Publikum eine Szene, in der ein Problem auftritt, vorgespielt bekommt und dann selbst Lösungsvorschläge bringen darf. Diese werden dann von den Zuschauern selbst in die Szene eingebracht um zu sehen, welche Veränderungen erzielt werden können.
Keine leichte Aufgabe, so etwas in nur fünf Tagen auf die Beine zu stellen. Aber alle sind mit Feuereifer bei der Sache und proben an einer Szene, die von Eingliederungsproblemen und Gruppendynamik, aber auch dem Spannungsfeld Tradition-Moderne handelt: Heidi heißt die Hauptfigur, sie ist von Bayern nach Berlin gezogen und geht nun auf eine neue Schule. Dort wird sie von ihren Klassenkameraden wegen ihrer Kleidung gemobbt und bedroht und soll für die anderen die Hausaufgaben erledigen. Die Lehrerin ignoriert die Konfliktsituation und Heidi weiss nicht, wie sie sich verhalten soll, um von ihren Klassenkameraden angenommen zu werden, ohne sich dabei von ihnen ausbeuten zu lassen. Dabei würde sie doch eigentlich gerne mit den anderen Mädchen zu Hip-Hop tanzen und coole Klamotten tragen, statt des Dirndls das ihre Mutter so mag. In der Gruppe von Awino, die in Kenia zusammen mit dem Amani People's Theater arbeitet, haben sich die Teilnehmer für andere Themen entschieden. Eine Gruppe bringt eine Szene über eine problematische Familiensituation auf die Bühne. Der Vater ist arbeitslos geworden, die Mutter bereits mit dem dritten Kind schwanger und das Geld reicht vorne und hinten nicht. Unangemeldet kommt die reiche Tante zu Besuch, die sich aber nicht um die Probleme der Familie kümmert oder sie finanziell unterstützt, sondern nur kurz vorbeischaut und ihre Angehörigen mit ihren Nöten alleine lässt. Ihrer Ansicht nach kümmert sich ja der Staat um die Familie. Aber ob das so stimmt? Eine andere Szene handelt von der Art und Weise, wie Männer in unserer Gesellschaft mit Frauen umgehen. In einer Shisha-Bar trifft sich eine Clique von Freunden, sie reden über Autos und Frauen, wobei es hauptsächlich auf Äußerlichkeiten ankommt. Als einer der Jungs seine Freundin begrapscht kommt es zum Streit, weil nicht alle aus der Clique damit einverstanden sind, dass Frauen so respektlos behandelt werden. Die letzte Szene der Teilnehmer aus Awinos Gruppe stellt den Alltag in einer Körbefabrik in Afrika dar, wie ihn die Jugendlichen sich vorstellen. Die verängstigten Kinder müssen dort unter der strengen Aufsicht des deutschen Fabrikleiters Körbe für den europäischen Markt flechten um ihren Familien ein geringes Einkommen zu garantieren. Ob sie aber jemals zu ihren Familien zurückkehren werden ist für sie ungewiss.
Awino möchte die Jugendlichen zum Nachdenken anregen. Alle Stücke sind aus den Ideen der Jugendlichen entstanden und zeigen teilweise Situationen, die sie bereits selbst erlebt oder über die sie gelesen haben. Indem sie eine Situation nun spielen und sich in die Rollen der Aggressoren versetzen, denken die Schauspieler über den Konflikt nach, konfrontieren aber auch das Publikum mit der Situation und machen das Problem zum Thema einer Diskussion. Für die Aufführung haben sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Anstatt das Stück auf der Bühne zu präsentieren, führten sie die kurzen Szenen an verschiedenen Orten auf, zu denen das Publikum von zwei „Stewardessen" geleitet wurde. Die Autorität der Bühne wird dadurch gebrochen. Charaktere und Zuschauer gehen auf Tuchfühlung und können die Konfliktszene hautnah miterleben.
Sowohl die Jugendlichen als auch die Zuschauer der abschliessenden Aufführung konnten hoffentlich einige neue Ideen aus dem Workshop in ihren Alltag mitnehmen. Gemeinsam mit den Trainern haben die Jugendlichen gelernt, sich mit schwierigen Situationen auseinander zu setzen, sie anzusprechen und gewaltfrei zu lösen. Durch die Zusammenarbeit mit Awino und Flavio konnten sie auch etwas über das Leben in Brasilien und Kenia erfahren und von den beiden viel über Theater als Mittel der Konflikttransformation lernen.
Montag morgen, neun Uhr in Berlin Mitte. Gespannt warten die Theatertrainer Awino Okech und Flavio Sanctum zusammen mit dem Team von peaceXchange auf die Workshopteil- nehmer. Immerhin ist es die erste Herbstferienwoche und da will wohl keiner so früh aufstehen. Dennoch kommen 30 theaterbegeisterte Jugendliche nach und nach im Jugendkulturzentrum Pumpe an, um an dem einwöchigen Workshop mitzuwirken. Jetzt wird jeden Tag intensiv gearbeitet. Es geht um Konflikte und wie sie sich mit den Mitteln des Theater darstellen und lösen lassen - auf friedliche Art und Weise. In zwei Gruppen setzen sich die Jugendlichen nun mit ihren alltäglichen Konfliktsituationen auseinander und verpacken diese in kurze Theaterstücke. Flavio und Awino zeigen ihnen, mit welchen Methoden sie in ihren Ländern arbeiten. Flavio kommt aus Brasilien und ist dort im Theatro do Oprimido aktiv. Seine Methode ist das Forum Theater, bei dem das Publikum eine Szene, in der ein Problem auftritt, vorgespielt bekommt und dann selbst Lösungsvorschläge bringen darf. Diese werden dann von den Zuschauern selbst in die Szene eingebracht um zu sehen, welche Veränderungen erzielt werden können.
Keine leichte Aufgabe, so etwas in nur fünf Tagen auf die Beine zu stellen. Aber alle sind mit Feuereifer bei der Sache und proben an einer Szene, die von Eingliederungsproblemen und Gruppendynamik, aber auch dem Spannungsfeld Tradition-Moderne handelt: Heidi heißt die Hauptfigur, sie ist von Bayern nach Berlin gezogen und geht nun auf eine neue Schule. Dort wird sie von ihren Klassenkameraden wegen ihrer Kleidung gemobbt und bedroht und soll für die anderen die Hausaufgaben erledigen. Die Lehrerin ignoriert die Konfliktsituation und Heidi weiss nicht, wie sie sich verhalten soll, um von ihren Klassenkameraden angenommen zu werden, ohne sich dabei von ihnen ausbeuten zu lassen. Dabei würde sie doch eigentlich gerne mit den anderen Mädchen zu Hip-Hop tanzen und coole Klamotten tragen, statt des Dirndls das ihre Mutter so mag. In der Gruppe von Awino, die in Kenia zusammen mit dem Amani People's Theater arbeitet, haben sich die Teilnehmer für andere Themen entschieden. Eine Gruppe bringt eine Szene über eine problematische Familiensituation auf die Bühne. Der Vater ist arbeitslos geworden, die Mutter bereits mit dem dritten Kind schwanger und das Geld reicht vorne und hinten nicht. Unangemeldet kommt die reiche Tante zu Besuch, die sich aber nicht um die Probleme der Familie kümmert oder sie finanziell unterstützt, sondern nur kurz vorbeischaut und ihre Angehörigen mit ihren Nöten alleine lässt. Ihrer Ansicht nach kümmert sich ja der Staat um die Familie. Aber ob das so stimmt? Eine andere Szene handelt von der Art und Weise, wie Männer in unserer Gesellschaft mit Frauen umgehen. In einer Shisha-Bar trifft sich eine Clique von Freunden, sie reden über Autos und Frauen, wobei es hauptsächlich auf Äußerlichkeiten ankommt. Als einer der Jungs seine Freundin begrapscht kommt es zum Streit, weil nicht alle aus der Clique damit einverstanden sind, dass Frauen so respektlos behandelt werden. Die letzte Szene der Teilnehmer aus Awinos Gruppe stellt den Alltag in einer Körbefabrik in Afrika dar, wie ihn die Jugendlichen sich vorstellen. Die verängstigten Kinder müssen dort unter der strengen Aufsicht des deutschen Fabrikleiters Körbe für den europäischen Markt flechten um ihren Familien ein geringes Einkommen zu garantieren. Ob sie aber jemals zu ihren Familien zurückkehren werden ist für sie ungewiss.
Awino möchte die Jugendlichen zum Nachdenken anregen. Alle Stücke sind aus den Ideen der Jugendlichen entstanden und zeigen teilweise Situationen, die sie bereits selbst erlebt oder über die sie gelesen haben. Indem sie eine Situation nun spielen und sich in die Rollen der Aggressoren versetzen, denken die Schauspieler über den Konflikt nach, konfrontieren aber auch das Publikum mit der Situation und machen das Problem zum Thema einer Diskussion. Für die Aufführung haben sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Anstatt das Stück auf der Bühne zu präsentieren, führten sie die kurzen Szenen an verschiedenen Orten auf, zu denen das Publikum von zwei „Stewardessen" geleitet wurde. Die Autorität der Bühne wird dadurch gebrochen. Charaktere und Zuschauer gehen auf Tuchfühlung und können die Konfliktszene hautnah miterleben.
Sowohl die Jugendlichen als auch die Zuschauer der abschliessenden Aufführung konnten hoffentlich einige neue Ideen aus dem Workshop in ihren Alltag mitnehmen. Gemeinsam mit den Trainern haben die Jugendlichen gelernt, sich mit schwierigen Situationen auseinander zu setzen, sie anzusprechen und gewaltfrei zu lösen. Durch die Zusammenarbeit mit Awino und Flavio konnten sie auch etwas über das Leben in Brasilien und Kenia erfahren und von den beiden viel über Theater als Mittel der Konflikttransformation lernen.






